Informationsveranstaltung VR-KlimaOffensive der Heidelberger Volksbank

Lieber preiswert sanieren als teuer heizen

„Mein Haus ist meine beste Aktie“ lautete der Titel des Vortrages von Ronny Meyer, Bauingenieur aus Darmstadt, der (am Montag-Abend) in der Kundenhalle der Heidelberger Volksbank auftrat. Diese hatte im Rahmen der eigenen VR-KlimaOffensive zu einer Info-Veranstaltung eingeladen.

Bei der Begrüßung durch Alexander Alten, Vorstand  der Heidelberger Volksbank, wurde deutlich, dass  das eigene Zuhause mehr als nur vier Wände und ein Dach ist. „Zu  Hause ist dort wo man sich sicher und geborgen fühlt und das auf lange Sicht“ so Alten.

Auch ist sich Alexander Alten sicher, dass man in Zukunft auch noch bequem und behaglich in seinem Haus leben möchte und es nun für Hausbesitzer gilt, die richtigen Maßnahmen zur Vorbereitung des Hauses auf die Zukunft herauszufinden.

Danach kam Ronny Meyer schnell zur Sache und griff zunächst die aktuelle Diskussion um die Energieeinsparverordnung (EnEV) auf: Man müsse die Anforderungen der EnEV zurückfahren, sei neuerdings häufig zu hören, da diese übertrieben und kaum noch bezahlbar seien. Aus Meyers Sicht mache diese Diskussion aber vor allem eines deutlich: „Die Inhalte der EnEV sind kaum bekannt. Denn die EnEV ist real von der technischen Entwicklung inzwischen so weit überholt, dass man heute beispielsweise keine Fenster mehr kaufen kann, die den geforderten Neubau-Energiekennwert (U-Wert) haben. Heutige Fenster sind um Längen besser.“

Gerade bei der Wechselwirkung zwischen neuen Fenstern und einer alten Fassade müsse man besonders aufpassen, wenn eine Energieschleuder zum Energiesparer gemacht werden soll, erfuhren die aufmerksamen Zuhörer: „Moderne Fenster sind heute so gut, dass man sie immer in Kombination mit einer gut gedämmten Fassade einbauen muss. Sonst kann es Schimmel geben. Denn die bauphysikalischen Gesetze muss man beachten“ erläuterte Meyer.

So beginne eine vernünftige Modernisierung eben mit den Fenstern. Meyer erläuterte, dass moderne Dreifachscheiben nicht nur fürs Energiesparen wichtig seien: Auch für die Behaglichkeit spiele eine Dreifachverglasung eine entscheidende Rolle. Interessanter Hinweis für alle Zuhörer: Neue, moderne Fenster halten mindestens vierzig Jahre.

Danach gab es einen Faktencheck zur Dämmung, Meyers Antwort auf bekannte Energiesparirrtümer: „Gedämmte Wände können nicht schimmeln“ war eine seiner Botschaften. Und es komme auf die Details an. Besonders kniffelig sind etwa die Fensterlaibungen, die in jedem Fall auch gedämmt werden müssen. Sein Fazit: „Das können nur versierte Handwerker!“

Die Gäste der Heidelberger Volksbank hörten auch Wissenswertes rund ums Dach: So liege dort die optimale Dämmstoffdicke bei 24 Zentimetern. Weiterhin muss das Dach luftdicht sein. Wobei luftdichte Konstruktionen zugleich auch wasserdampfdiffusionsoffen sind, im Volksmund fälschlicherweise als „atmungsaktiv“ bezeichnet. Das Raumklima ist dann in jedem Fall perfekt.

Bei der Heizung setze Meyer ebenfalls einige Schwerpunkte: Wer sich für Biomasse oder eine Wärmepumpe entscheidet, müsse das Haus mit Flächenheizungen ausstatten, zum Beispiel mit einer Fußboden- oder Wandheizung, um den Energieverbrauch weiter zu reduzieren. Flächenheizungen kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus.

Und: Wer heute ein neues Haus baut oder ein altes Haus saniert, könne guten Gewissens auf Sonnenstrom setzen, erläuterte Meyer weiter: „Die Photovoltaik-Module sind zwischenzeitlich immer leistungsfähiger geworden, die Anschaffungspreise sind in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 65 Prozent gesunken. Ganz wichtig: Die neue Speicher-Technologie ist nun so ausgereift, dass das Ergebnis aus ,Strom erzeugen‘,  ,diesen speichern‘ und ,selbst nutzen‘ eine lukrative Alternative für die private Stromversorgung geworden ist.“

Zum Schluss fasste Meyer, der das eigentlich sehr sperrige Thema „Energie sparen“ gleichermaßen informativ wie unterhaltsam präsentierte, zusammen: „Es ist aufgrund der aktuellen Förderbedingungen möglich, die Gebäudemodernisierung komplett mit eingesparten Energiekosten zu finanzieren. Das Geld gibt man in jedem Fall aus“, so sein Fazit: „Entweder verheizt man es oder man investiert es – mit doppeltem Nutzen – in die Gebäudemodernisierung. Denn neben der Energieeinsparung bringt die Modernisierung auch den Vorteil, dass man die eigene Region stärkt, sofern man das regionale Handwerk beauftragt.“

Dazu kommt noch, dass die Zinsen für eine Finanzierung optimal sind. Denn wer jetzt mit niedrigen Zinsen ein Modernisierungsdarlehen finanziert, hat für die nächsten 20 Jahre stabile Raten. Ob die Energiepreise für die nächsten 20 Jahre stabil bleiben, ist mehr als fraglich. Meyers Plädoyer: „Setzen Sie auf die Aktie mit Namen ,günstige Zinsen‘ und nicht auf Aktie ,unsichere Energiepreise‘. Dann wird ihr Haus eben zur besten Aktie.“

Im Anschluss an Meyers Vortrag erläuterter Frank Feigenbutz, Berater der Heidelberger Volksbank, das ganzheitliche Beratungskonzept was hinter der VR-KlimaOffensive  steht. Hier können sich Hausbesitzer  kostenlose Ersteinschätzung ihres Objektes einholen. Dabei werden Energieeinsparpotenziale der einzelnen Sanierungsmaßnahmen aufgezeigt.  Zusätzlich erhalten Interessierte eine erste Kostenschätzung der erforderlichen Maßnahmen.  Ein individuelles Finanzierungskonzept unter Berücksichtigung sämtlicher staatlicher Fördermöglichkeiten und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung runden die Beratung ab, so Feigenbutz.

An einem Hausbeispiel  zeigte er auf, dass Meyers Gedanke von der „Aktie Haus“ genau richtig ist: Wer jetzt handelt, kann sich künftig über eine langfristige Unabhängigkeit und den langfristigen Schutz vor hohen Heizkosten freuen.

Das Fazit der Veranstaltung: Lieber preiswert sanieren als teuer heizen.

Weitere Informationen zur VR-KlimaOffenisve finden sie hier.